Utz_Portrait_12-2017 Christian Utz


Christian Utz ist Universitätsprofessor für Musiktheorie und Musikanalyse an der Kunstuniversität Graz und Privatdozent für Musikwissenschaft an der Universität Wien, Er lehrte außerdem Musikwissenschaft und Komposition an Universitäten in Wien, Graz, Klagenfurt sowie an der National Chiao-Tung University Hsinchu/Taiwan und der University of Tokyo/Japan. Utz studierte Komposition, Musiktheorie, Musikwissenschaft und Klavier in Wien und Karlsruhe und promovierte 2000 an der Universität Wien. 2012-2014 leitete er an der Kunstuniversität Graz das vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderte Forschungsprojekt Eine kontextsensitive Theorie post-tonaler Klangorganisation (CTPSO). Seit 1.9.2017 leitet er das dreijährige Forschungsprojekt Performing, Experiencing and Theorizing Augmented Listening [PETAL] (FWF).
Christian Utz' Forschungsschwerpunkte sind musikalische Rezeptions- und Interpretationsforschung, Geschichte und Theorie der Musikwahrnehmung, Ästhetik und Theorie von Stimme und Vokalmusik und interkulturelle Musikgeschichte. Monographien: Neue Musik und Interkulturalität. Von John Cage bis Tan Dun (Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft 51, Franz Steiner Verlag, 2002); Komponieren im Kontext der Globalisierung. Perspektiven für eine Musikgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts (transcript Verlag, 2014). Utz war u.a. Mitherausgeber der Schriftenreihe musik.theorien der gegenwart (Pfau-Verlag, sechs Bände 2007–2013), Mitherausgeber des Lexikon der Systematischen Musikwissenschaft (Laaber-Verlag, 2010) und des Lexikon Neue Musik (Metzler- und Bärenreiter-Verlag, 2016) und ist derzeit Mitherausgeber der Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie ( ZGMTH).

Christian Utz ist auch als Komponist hervorgetreten. Entscheidende künstlerische Impulse empfing Utz durch Erich Urbanner, Dieter Kaufmann, Wolfgang Rihm, Mauricio Kagel, Luca Francesconi, Brian Ferneyhough, Salvatore Sciarrino und Helmut Lachenmann. Er wurde zu den wichtigsten europäischen Seminaren für neue Musik eingeladen (Session du composition Royaumont/F 1998, Stage d'informatique musicale IRCAM/Paris 1999, 14. Internationales Kompositionsseminar in Boswil/CH 2001, Kompositionsseminar des Ictus Ensemble Brüssel 2002) und erhielt eine Vielzahl von Stipendien und Auszeichnungen. Utz beschäftigte sich als Komponist von Anfang an mit einer Entgrenzung herkömmlicher kompositorischer Konzepte und realisierte intermediale Projekte in den Grenzbereichen von Musik und Theater, Komposition und Improvisation, Instrument und Elektronik.
Seit 1998 stehen interkulturelle Kooperationen und Konzeptionen im Mittelpunkt von Utz’ kompositorischer Arbeit, die auf seinen CD-Produktionen Site (Composers’ Art Label 2002) und transformed (Spektral Records 2008) dokumentiert sind.
Im Jahr 1998 gründete Utz AsianCultureLink zur Intensivierung künstlerischer Kooperationen zwischen europäischen und asiatischen Künstlern.

[Foto: Alexander Wenzel/KUG]